Nel's unfolding
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8 Dec 2018
Thursday night

Thursday night

survived another week

nearly

sad pop songs

melancholy packed

and rolled in glitter

loneliness

feels different

in the age of Facebook

and RuPaul’s

queer capitalism

makes me still

dream of the stage

and

femininity

well

the dog is dreaming

while backs on cold

floors

feel

the stiffness

creeping

into everything

28 Oct 2018    1 note
no title

On the good days, I come home and come back to myself.

I pull the pants from my leg, standing.

I pull off the socks.

I take of my earring.

I store away my backpack, my headphones, my hanky.

I come back

into my skin.

On the good days, I can feel my chest

rising and falling

deeply drawing air to fill out both lungs.

I feel the coldish air

on my arms

and the hair I’ve decided to grow

touching my forehead

and brows.

My back hurts.

My feet hurt.

My head hurts.


I

feel

so it’s a good day.

28 Oct 2018    1 note
Ohne Titel - Text zur Kundgebung der Aktion Standesamt 2018

Dieser Text ist entstanden, nachdem ich auf einem viertägigen Seminar zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt war. Fragmente des Textes gab es schon vorher, und sind in diesem Text zusammengeführt und verlinkt. Das Seminar war für mich ein Raum, mich mit einer Sehnsucht zu connecten, als genderfluid, genderqueer, trans, nichtbinär zu leben, so oft wie möglich.

Den Text habe ich auf der Abschlusskundgebung der Aktion Standesamt 2018 (https://aktionstandesamt2018.de/) performt und ist hier noch mal zum Nachlesen veröffentlicht. 


In der Sprache

falle ich zwischen die Geschichten.

Da ist es bodenlos.


Ich halte mich an einem Baum,

die Rinde

ein rissiger, im Fluss erstarrter

Fladen:

eine Haut,

die auf meine trifft.


Voller Informationen,

Sprüche,

Widersprüche.

Ungenügend Raum dafür.


Ich möchte

in meinem Körper wohnen.

Ich möchte

mich spüren können.


Zwischen den Geschichten

ist Spüren

schwieriger.


Ich bin auch da,

wenn es heißt,

es gibt mich nicht.


Unfassbar ist das Konstrukt,

von manchen

als Realität behauptet.

Ich bin da,

aber manchmal

kann ich mich fast nicht an mich

erinnern.

Und wenn mich jemand umarmen will,

wird es mir wieder einfallen:

ich bin

berührbar.


Die hochgezogenen Schultern,

der angespannte Rücken,

nervöse suchende Hände,

ein durchgeschwitztes T-Shirt.

Atem zu tief eingezogen, um

die Anspannung in einem Zug

los lassen zu können.

Von Blicken vollgesogen,

ist die Verzerrung

zu einem Dauerkrampf geworden.

Und ich weiß nicht,

wohin damit.


Ich will

am Anfang anfangen.

Dort, wo ich meine Kraft

hören kann, dort

wo meine Schmerzen wohnen

können.


Unter den Fingerspitzen

ist Weite.

Unter den Fingern sammelt sich

Konzentration.

Es geht um die Stimmen in mir,

die Träume.

Ich weiß, dass es sie gibt.


Wieder und wieder

entwische ich mir.

In dem ständigen Fragen,

bist du das oder das,

denke ich

an das Kinderbuch,

in dem der Witz so ging:

Was ist tiefer, Teller oder Tasse?

Die Antwort ist Oder.

Könnte heute eine Antwort sein:

bist du das oder das?

Nein, auch nicht oder.


Ich kann mich

(fast)

ganz spüren.


Zwischen den Geschichten wird als Makel gedacht.

Als Fehler, als Irrtum.

Als Phase.

Als Neuigkeit,

Dabei ist es einfach

zwischen den Geschichten,

von denen sehr sorgfältig

behauptet wird,

es seien die einzigen.


Da ist Veränderung

und Bewegung.

Ich bin Veränderung

und Bewegung,

auch im Stillen.

Auch im Fragen.

Auch in mich verkrochen, verzogen

… habe ich mich.

Im Fallen atmet es sich

flacher.


Ich will am Anfang anfangen,

dort wo mein Atem wohnt.

Angst vor Unverständlich-Sein

macht auch die Zwischenräume eng.

Erschrocken halten die klingenden euphorischen Töne

inne

machen auf halbem Weg kehrt

und schlüpfen zurück in die Stille.


Farben und Zeiten,

Murmeln und Rauschen,

ein Fisch,

der immer wieder wechselt,

auch die Perspektive

könnte wechseln,

es könnte schön sein

und feierlich.

Feiern

und Kämpfen.

Kämpfen und aushalten.

Aushalten, durchhalten

und Kämpfen.

Atmen.

und Feiern.


Ich müsste nichts von mir

verstecken,

nichts korrigieren,

Acht geben,

wenn Geschichten und ihre Zwischenräume

nebeneinander

ihre Plätze einnehmen könnten,

da, wo es sie eben

hinzieht.


Ich falle und versuche

einen Tanzschritt dabei.

Mein Körper

will in sich selbst wohnen

und

sich in aller Kraft spüren.


Ich lasse die Schultern fallen.

Sie halten

die Spannung.

Die Rinde

fließt weiter.

Sie war immer

am Fließen.

14 Oct 2018
the tipping point of light

the summer sale has ended.

the stores are closed.

clothed are all the windows

for the winter break.


don’t make me unveil it all.

you can’t, anyhow.

anyhow, you don’t.


i decided not to call you

so many times, my love

is not an offer to be taken

or to be missed.

the opportunity that is me

has run out, that’s what I want you to know.

but i don’t call you.


now you texted me nicely

and your number is back on my screen.

the winter has ended.

the eyes are clothed

with niceties.


don’t creep into my mind again,

the store is closed.

that’s what I wrote in large letters

on the cardboard that fell

during the wind.

the wind is a veil

and you shake the cloth.


summer vacation is just beginning.

in the absence of longing there is freedom.

in the absence of you there is me.

there is me, sitting at my desk

and I look like an adult.

I pay attention to the summer sale times.


never did I say no to you, only this

tne time when I didn’t mean it.

the offer has been called and missed.

last call, the train leaves.

slowly, price tags descend and rest.

in a heap of passed moments

I forget you, really.


the tipping point I survived

without you.

the tipping point my life seems to

have become.

it’s just another cold summer night.

clothed and veiled are all the leaves

frisked rose bushes sprung into disciplinary growth

we all must go on

on winter break.

we don’t go home.


i will never know your passion

your freedom that is the absence of longing

your longing, your eyes

I know you think you’ve seen everything.

don’t bore me

with that simple route.

Love me.

Instead, love me.

the light is fading.

the offer expires

summer vacation is sitting

on the fallen cardboard defense.

8 Oct 2018
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29 Sep 2018
Gestrüpp

Es ist immer noch als Leere zu spüren wo du warst.

Ich kratze die Krusten weg, die mein

fürsorgliches Herz über die Wunden gelegt hat

und zarte Bewegungen brechen auf.


Mit einem Seufzen zieht sich mein Rücken

eng zusammen, um das Leben auszuhalten.

Nicht dass ich noch anfange, dir falsche Pronomen zu geben

sagst du betont und lehnst an einer blauen Wand.

Die Strichpunkte in deinem Gesicht

tanzen ihre konzentrierte Abfolge

während du denkst.

Oder warst du eigentlich

schon halb woanders -


Für das Bild mit den Mündern bin ich dankbar.

Kolibrischwebend formiert sich ein Nein

flüsternd, während ich ausgebreitet

am Höhepunkt der Grenze liege.

Alles kribbelt, und dein Wort hat mir geholfen,

meine flatternden Lippen zu lieben.


Mein ganzer Körper lächelt,

wenn ich etwas wirklich geben will.

Ich lehne mich vor, gezogenes Mitgefühl

lange gezogen in einem Saft aus Schmerzen.

Ich kann es fassen, wie es dir geht.

Ich kann nichts daran ändern, dass du lebst,

dass wir beide dem Leben

als Püppchen auf seinem langen Rücken sitzen.

und es springt mit uns davon.


Dumpf prallt unerlaubter Widerspruch

als Bruchstück eines Gespräches

gegen meine Schädeldecke.

Hier habe ich alle meine Trümmer

für einen kleinen Preis

abzugeben.

Willst du sie?

Hier habe ich all meine kleinen Trümmer

für einen Preis abzugeben:

willst du sie?


Hier sammle ich auf, was als fliegende Zettel

in den Gestrüppen gestern gefangen wurde.

An langen entschiedenen Linien, lila aufgesetzt

die Fragen.

Ich will sie nicht mehr, wo ich sie schon

seit dreißig Jahren raunzen höre.

In den Winkeln der Erinnerung hastig

aufgefressene Zweifel

ob das nun richtig war,

ob das

nun

ich war.


Du lehnst und für einen Moment

kennst du mich, stimmen

meine und deine Versionen überein

von den Wünschen beißen wir beide gern ab

nehmen aus Höflichkeit noch ein Brötchen

bevor wir abtauchen, jede*r für sich.


Ich kann mir kein Ende vorstellen,

kann mir

keine Weite und tief genug reichenden Worte vorstellen,

um die Luftlosigkeit zu beschreiben,

unter der ich lebe.

Als wären nur noch blaue Wände, endlos

für unsere Raume verfügbar als Trennung.

Und abtauchen wäre keine Wahl mehr, wir würden

viel mehr davon sprechen,

wie wir unter Wasser

leben.

19 Mar 2018    3 notes

In honor of my fifteen year old self

28 Feb 2018

In honor of my twelve-year-old self

26 Feb 2018

sweetschizo:

sweetschizo:

Don’t armchair diagnose mass shooters and other killers. The misconception that all violent people must be mentally ill (and the following conclusion that all mentally ill people must be dangerous) has horrible real life consequences for visibly mentally ill people.

Schizophrenic people are 14 times more likely to be a victim of a violent crime than committing one because people assume that we’re homicidal and dangerous and may react very negatively to visibly mentally ill behavior, partly due to all the media portrayals of schizophrenics as violent killers.

50% of people killed by police are disabled or mentally ill (and the victims are disproportionately black or other people of color) because the unusual behavior of visibly disabled and visibly mentally ill people is read as inherently threathening and dangerous.

Please consider the real life consequences of reinforcing the association between mental illness and violence - people are dying because y'all want to blame all evil in the world on severe mental illness so that you can clearly separate yourself from it. You’re harming an already extremely vulnerable and marginalized group of people and it’s time to stop!

I encourage people who aren’t schizophrenic to reblog this. These stereotypes are literally getting people killed and I’ve seen no awareness around this on this website.

(via punkrorschach)

24 Feb 2018    41,010 notes